Das Wirken des Sigi Ramstötter

Als Musikant, Sänger, Tanzmeister, Moderator bei Rundfunksendungen und Veranstaltungen, sowie als Berater von Sängern und Musikanten verkörpert der Ramstötter Sigi seit Jahrzehnten ein Kapitel Volksmusikpflege in Oberbayern.

Geboren wurde er als jüngster von 3 Buben am 14. Juli 1929 in Neukirchen am Teisenberg. Mit sechs Jahren lernte er das Spielen auf der diatonischen Harmonika (die Proben fanden meistens beim benachbarten Bauern im Pferdestall statt), als Dreizehnjähriger kam er zur Blaskapelle Neukirchen, wo er mit der B-Trompete begleitete, im Jahre 1946 folgte der Aufstieg zum 1. Flügelhornisten und später zum 1. Tenorhornisten. Von 1953 bis 1955 war er schließlich Kapellmeister der Blasmusikkapelle Neukirchen und anschließend kurze Zeit Kapellmeister bei der Blasmusikkapelle Teisendorf. Mit 16 Jahren begann er die chromatische Harmonika zu spielen. Mit diesem Instrument wurde er für viele Gelegenheiten ein unentbehrlicher Musikant.

Schon früh (1947/48) war der Sigi Vereinsspieler beim Trachtenverein "Trauntaler Traunstein". Dort lernte er Mutter und Tochter Oberhuber kennen und bildete mit ihnen den ersten Traunsteiner Dreigesang. Zwei Jahre später sang er mit seinem Bruder Schorsch und Bertl Schader als Ramstötter Dreigsang bzw. Quartett.

Ab den 50er Jahren begleitete der Sigi die Volkstanzkurse des Georg von Kaufmann auf seiner Harmonika und kam dadurch weit im Oberland herum.

Als der Sigi, damals selbständiger Fliesenleger, einmal gerade auf einer Baustelle in Oberteisendorf arbeitete, kam der Fanderl Wastl, der schon lang versucht hatte ihn ausfindig zu machen und sagte trocken: "Da bist ja, di suach i scho lang!" Seit dieser Zeit war der Sigi jedes Jahr zu Ostern und Pfingsten als Musikant und Tanzmeister bei den Fanderl Singwochen dabei. Er sang auch mehrere Jahre im Fanderl-Quartett, spielte bei der Fanderl Hausmusik und wirkte als Musikant bei den Fernsehsendungen "Bairisches Bilder- und Notenbüchl" mit.

Aus Mitgliedern der Blaskapelle Teisendorf stellte er schließlich die erste Tanzlmusi im Chiemgauer Raum zusammen. Mit dieser Teisendorfer Tanzlmusi spielte er ab dem Jahr 1956 hauptsächlich im bayrischen Raum, u. a. auch die Abschlussabende der Volkstanzkurse. Seit dem Tod von Georg von Kaufmann im Mai 1972 führt der Sigi die Volkstanzkurse mit Tonband und Harmonika bis heute weiter und erfüllt damit das Versprechen, das der Sigi dem "Kaufmann Schorsch" auf dem Sterbebett gegeben hatte "...lass mir meine Vokstänzer nicht im Stich".

In den darauffolgenden Jahren ab 1965 spielte die Teisendorfer Tanzlmusi nicht nur im deutschsprachigen Raum, (Hamburg, Nürnberg, Linz, Augsburg, Bonn, Wien, Stuttgart, Meran, Bozen, Köln und Berlin), sondern auch im Ausland (DDR, Portugal, Tunesien, Zypern, Australien, Westafrika, Frankreich und Jugoslawien).

Zur Teisendorfer Tanzlmusi kamen 1973 noch die Teisendorfer Geigenmusi und die Okarinamusi dazu. In Grabenstätt am Chiemsee besteht seit 1977 der "Grabenstätter Singkreis" der sich unter der Leitung von Sigi Ramstötter einmal im Monat trifft und zu Andventsingen und Maiandachten beiträgt.

Seine Größte Freude hat der Sigi immer noch beim Volkstanz als Musikant und Tanzmeister in einer Person. Damals mit der Teisendorfer Tanzlmusi und heute mit der Teisendorfer Geigenmusi.

Weiterhin war der Sigi lange Zeit Sprecher und Berater in der Beratergruppe um das Traunsteiner Lindl-Singen und -Musizieren.

Doch auch beruflich hat der Sigi einiges auf die Beine gestellt. Nachdem er eine Ausbildung zum Fliesenleger- und Hafner in Traunstein absolviert hatte, machte er sich bald selbständig und hatte später in Teisendorf einen Fliesenlegerbetrieb mit sieben Gesellen.

Doch bald entdeckte in den 60er Jahren der Tourismus das schöne Örtchen Teisendorf, worauf der Sigi (angefangen mit einem Mercedes Ponton und einer Fahrt mit Gästen zum Großglockner) einen Omnibusbetrieb mit Reisebüro, 14 Omnibussen, 18 Mitarbeitern und Zweigstellen in Freilassing, München, und ab 1990 in den neuen Bundesländern aufbaute. Es wurde ein eigener Reisekatalog herausgegeben und auch die regionalen Linien- und Schulverkehre wurde vom "Reisebüro Ramstötter" betrieben. Auch mit dem Zusammenschluss "Schmetterling Reisen" wurde einige Zeit eine Kooperation betrieben. 

Die Volksmusik und den Volkstanz wusste er immer mit seinen Busreisen zu verbinden. Es hat sich über die Jahre eine feste Gemeinde von immer wieder mitfahrenden Urlaubern entwickelt. Die regelmäßigen Busreisen nach Rab oder auch die jährlichen Volksmusik-Törggelen-Fahrten nach Südtirol, Slowenien oder Österreich sind hierfür beispielhaft.

Seit 1995 wollte sich der Sigi dann mehr der Musik widmen und der Busbetrieb wurde verkauft. Bis 2006 fuhr er dann trotzdem noch jeden Tag seine Touren im eigenen Taxibetrieb "damit´s ihm nicht ganz so langweilig ist". Jedoch hat er dies seit 01.08.2006 nun auch aufgehört.

Irgendwann langt´s auch a mal mit der Arbeit - Recht hast Sigi!